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Wissenswertes über Galle und Gallensteine

Lieber hohl als steinreich

17.07.2008

Wer schon einmal versucht hat, einen Bratentopf nur mit Wasser zu reinigen, der wird sehr schnell gemerkt haben, dass dies schlicht unmöglich ist. Große Mengen Fett bekommt man nur mit einem wirksamen Spülmittel in den Griff. Das Spülmittel umschließt die einzelnen Fetttropfen und bewirkt, dass sie im Wasser gelöst werden. Ganz ähnlich wirkt der in der Leber produzierte Gallensaft. Er umschließt die Fette in der aufgenommenen Nahrung, emulgiert und zerteilt sie in feinste Tröpfchen, so dass andere Verdauungssäfte die Fettmoleküle besser erreichen und verdauen können. "Zentrale Aufgabe der Gallenflüssigkeit ist die Fettverdauung", erläutert Prof. Dr. Gereon Börsch, Direktor der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Nephrologie des Elisabeth-Krankenhauses Essen. "Jeden Tag bildet die Leber deshalb bis zu einem Liter der so genannten Lebergalle. Diese gelangt dann in die unterhalb der Leber gelegene Gallenblase. In diesem kleinen birnenförmigen Hohlorgan wird die Gallenflüssigkeit eingedickt, in dem ihr Wasser entzogen wird. Essen wir fetthaltige Speisen, gibt die Galle durch Zusammenziehen ihrer Muskulatur die eingedickte Flüssigkeit in den Zwölffingerdarm ab." Wenn man nichts gegessen hat, wird auch kein Gallensaft benötigt, da es nichts zu verdauen gibt. Damit aber keine unnötige Gallenflüssigkeit in den leeren Darm abgegeben wird, dient die Gallenblase bis zur nächsten Mahlzeit als Zwischenlager.

Steinreich ohne es zu wissen

Die Gallenblase ist kein lebenswichtiges Organ, im gesunden Zustand ist sie aber eine große Verdauungshilfe. Da der konzentrierte Gallensaft jedoch ziemlich aggressiv ist, verwundert es nicht, dass sie oft erkrankt. In Europa zählen Gallensteine zu den häufigsten Erkrankungen des Organs. Viele wissen allerdings gar nicht, dass sie steinreich sind, denn nur ein Drittel aller Menschen mit Gallensteinen haben Beschwerden. Prof. Börsch: "Typische Krankheitszeichen sind eine Unverträglichkeit bestimmter Speisen - vor allem fettreicher Nahrungsmittel - Völlegefühl und Druck im Oberbauch – besonders nach dem Genuss von fettem Essen, Kaffee und Alkohol, Übelkeit oder Aufstoßen, Blähungen und Verdauungsstörungen. Charakteristisch sind auch kolikartige Schmerzattacken im rechten Oberbauch, die bis in die Schulter oder auch den Rücken ausstrahlen können. Dazu können Schweißausbruch, Schüttelfrost, Fieber oder Schwindelgefühl kommen."Sobald Gallensteine Beschwerden verursachen, steigt auch das Komplikationsrisiko. Es kann zu einer akuten Entzündung und Vereiterung der Gallenblasenwand kommen. Besonders gefährlich ist es, wenn sich im engen Gallengang Steine bilden, jene aus der Gallenblase wandern und zwischen Ausführungsgang und Zwölffingerdarm stecken bleiben. Häufig resultiert daraus ein Rückstau der Gallenflüssigkeit mit einer Gelbfärbung der Haut und Augenbindehaut. Es kommt zum Anschwellen der Gallenblase, sie ist durch die Bauchdecke tastbar und verursacht starke Schmerzen. Neben der klassischen Gallenkolik hat der Betroffene durch die Entzündung der Gallenwege oder Bauchspeicheldrüse dann fast immer auch Fieber.

Aufschwung für die Galle

Damit es aber gar nicht erst zum steinigen Reichtum kommt, sollte man sein persönliches Risikopotenzial kennen. Besonders durch erhöhte Blutfettwerte und eine gestörte Gallensekretion kommt es zu Verklumpung und Steinbildung. Am häufigsten treten die so genannten Cholesterinsteine auf. Deutlich weniger bilden sich Pigment- oder Kalziumkarbonatsteine. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer. Das weibliche Sexualhormon Östrogen steigert das Stein-Risiko, statistisch gesehen erkranken Frauen mit Kindern am häufigsten. Eine Gallenschwäche kann aber auch familiäre Veranlagung sein. Ebenso begünstigen Diabetes und einige Lebererkrankungen die Erkrankung. Dabei kann jeder selber etwas tun, bzw. lassen. Die meisten Gallensteine entstehen durch Übergewicht. Wer also einige Pfunde zuviel auf die Waage bringt, sollte sie loswerden. Aber Vorsicht, wer versucht, sein Gewicht mit Hungerkuren schnell zu reduzieren, kann den gegenteiligen Effekt riskieren. Da die Galle kein Fett verdauen muss, wird sie auch nicht zur Kontraktion und Gallenflüssigkeitsentleerung angeregt. Als Folge können sich erst recht Steine bilden. "Bringen Sie Ihr Körpergewicht möglichst schonend auf Normalgewicht", rät Prof. Börsch. Fette in der Nahrung sollten reduziert werden, besonders tierische Fette lassen das Cholesterin und damit auch die Steinbildungsgefahr steigen. Schwere Mahlzeiten lieber meiden. Sinnvoll ist eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung, viel trinken - vor allem Wasser und Tee - und ausreichend Bewegung."

Es hängt auch von der eigenen Lebensweise ab, ob Gallenbeschwerden auftreten, Probleme wieder verschwinden oder sogar stärker werden, bis eine Operation unausweichlich wird. Man kann nicht alle Faktoren, die für die Entwicklung von Gallenproblemen verantwortlich sind, selbst bestimmen, aber, man kann seine Gallengesundheit auf jeden Fall günstig beeinflussen!

Quelle: EKE

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