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Frauen haben ohne Männer einen besseren Schlaf

Sex wirkt sich bei Frauen und Männern positiv auf den Schlaf aus

13.06.2007


Frauen schlafen ohne Partner an ihrer Seite wesentlich besser. Bei Männern verhält es sich genau umgekehrt: Ihr Schlaf ist ruhiger und erholsamer, wenn sie die Nacht neben ihrer Partnerin verbringen. Das zeigt eine neue Studie des Verhaltensbiologen John Dittami von der Universität Wien.

Für die im Fachjournal "Sleep and Biological Rhythms" publizierte Studie hat Dittami gemeinsam mit Gerhard Klösch und Josef Zeitlhofer von der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Wien zehn Paare insgesamt 249 Nächte lang beobachtet. Untersucht wurde sowohl das subjektiveSchlafempfinden der Testpersonen als auch die objektiveSchlafqualität anhand des Bewegungsmusters während der Nacht, das Auskunft über Schlafstrukturierung und -qualität liefert, so Dittami.

Frauen reagieren sensibler

"Sowohl die subjektive Einschätzung als auch die Daten am Messgerät zeigten uns, dass Frauen in ihrem Schlafverhalten auf die Anwesenheit eines Bettpartners wesentlich sensitiver reagieren als Männer. Diese hingegen schlafen wiederum schlechter ohne Partnerin. Mit Partnerin kam es bei Männern sogar zu einer wesentlichen Verbesserung objektiver und subjektiver Schlafparameter, wie Nächte ohne Wachphasen oder ein munteres Gefühl in der Früh".

Vorteilhaft für beide Geschlechter ist Geschlechtsverkehr. In den 67 Untersuchungsnächten, in denen sexueller Kontaktstattfand, wirkte sich das sowohl bei Frauen als auch bei Männern positiv auf den Schlaf aus, sagte Dittami.

Der Verhaltensbiologe vermutet, dass die Schlafstörungen von Frauen evolutionär bedingt sind. "Die Frau reagiert auf den Mann. Sie ist auf jede Bewegung empfindlich", so der Wissenschafter, der damit Bezug auf den niedrigeren Schwellenwert für Umweltreize der Frauen nimmt, weil sie für den Nachwuchs sorgen müssten.

Männer sind unempfindlicher

Dittami: "Der Mann besitzt diese Empfindlichkeit - etwa für Bewegungen des Nachwuchs - nicht. Er reagiert auf den Paarschlaf wie auf einen Gruppenschlaf, in dem er sich besonders sicher fühlt." Der Gruppenschlaf, meint der Forscher, würde auch den Frauen Sicherheit geben, "wenn nur das Bett größer wäre".

Dittami verweist zudem auf die Sozialisierung von Schlaf: Generell war das Schlafen in Gruppen vom Urmenschen bis zum modernen Menschendie Regel. Erst mit der Entstehung von Privatheit und Intimität als sozial akzeptierte Verhaltensnormen entwickelte sich das für moderne Industriegesellschaften typische Paarschlafverhalten. Das Doppelbett ist also eine relativ junge Erfindung, die auf einige westliche Kulturen begrenzt ist.

Quelle: Die Presse

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