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Frauen müssen ihre Männer zum Arzt schicken

Falsches männliches Rollenbild lässt Männer lieber zu Hause bleiben

03.04.2007

Männer gehen nur zum Arzt, wenn es unbedingt sein muss. Die Wahrscheinlichkeit, dass Männer bei einem gesundheitlichen Problem den Gang in eine Ordination meiden, ist vier Mal höher als bei Frauen. "Während 71 Prozent der gesunden Frauen zum Gynäkologen gehen, suchen nur 15 Prozent der gesunden Männer einen Urologen auf", sagt Prof. Dr. Siegfried Meryn, Präsident der ISMH (International Society for Men’s Health and Gender). Wenn sie dann krank sind, dann leiden sie ganz besonders, möchten bedauert und gepflegt werden.

Diese Ignoranz ihrer Gesundheit gegenüber können sich Männer aber eigentlich nicht leisten: Da sie ungesünder als Frauen leben, mehr rauchen und mehr trinken, und zudem uninformierter sind, sind die gesundheitlichen Folgen zum Teil dramatisch: "Männer begehen drei Mal so häufig Selbstmord wie Frauen, erliegen fünf Mal so häufig der Alkoholsucht, und ihre Verhaltensweisen fordern Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Schlaganfall oder Krebs geradezu heraus", so Meryn. Männer sterben heute mit 75,5 Jahren im Schnitt noch immer 5,7 Jahre früher als Frauen. Die Ursache dafür liegt zwar einerseits in der männlichen Erbsubstanz und den Hormonen, aber auch im männlich-sozialen Rollenverhalten.

Die meisten Männer (zwei Drittel), die Ordinationen lieber meiden, geben lange Wartezeiten als Grund an. Ein kleinerer Teil fürchtet schlechte Neuigkeiten von Seiten des Arztes bzw. vor einer schmerzhaften Untersuchung. Einige haben Angst, sich beim Arzt irgendwie anzustecken.

Was steckt aber wirklich dahinter?

Nehmen Männer ihre Gesundheit nicht ernst oder übertreiben die Frauen es mit ihren Arztbesuchen? Bei einer Reihenuntersuchung mit Ultraschall etwa fanden sich Schilddrüsenveränderungen bei Männern und Frauen gleich häufig. Trotzdem ließen sich nur halb so viele Männer behandeln wie Frauen.

Viele Männer begegnen dem "Doktor in Weiß" mit einer gewissen Scheu. Vieles was sich um ihren Körper dreht, berührt sie peinlich. Häufig tun sie sich schwer damit, bestimmte anatomische Gegebenheiten und Funktionen zu beschreiben, vor allem dann, wenn es sich um intime Körperregionen handelt. Der eine oder andere fürchtet, wegen seiner Beschwerden abgeurteilt bzw. ausgelacht zu werden. So mancher Mann redet einfach nicht darüber, wenn er beispielsweise Blut im Stuhl vorfindet. Er geht einfach davon aus, dass es sich dabei lediglich um Hämorrhoiden handelt und nicht um Darmkrebs. Auch Frauen haben Hemmungen im Umgang mit bestimmten Krankheiten oder Symptomen, dies hält sie aber nicht davon ab, einen Arzt aufzusuchen.

Noch immer entspricht es dem Rollenbild des Mannes, härter, tapferer und unabhängiger als Frauen zu sein. Dass Gesundheit auch eine seelische Seite hat, wird von vielen Vertretern des starken Geschlechts generell geleugnet. Somit kann Mann auch nur in seltenen Fällen damit rechnen, dass ihm einer seiner männlichen Kollegen verständnisvoll zuhört, wenn er über seine Beschwerden und Probleme, Ängste, Schmerzen oder Depressionen redet. Ein starker Mann scheint immer noch dann seine Stärke zu zeigen, wenn er unnötige Risiken eingeht und exzessiv trinkt und raucht.

Wer im Berufsleben unter Stress leidet und sich vielleicht mehr Zeit für sich selbst nimmt und einen Gang zurückschaltet, gilt schnell als nicht belastbar oder überfordert. Viele Männer begegnen solchen Belastungen deshalb lieber mit hohem Kaffeekonsum, Rauchen, üppigem Essen oder einem Glas Bier nach Feierabend.

Wenn dann ein Arztbesuch aber unausweichlich scheint, sind es oft zunächst die Partnerinnen, die dies realisieren. Da viele Männer von alleine keinen Fuß in eine Ordination setzten würden, bedarf es oft massiver weiblicherÜberzeugungsarbeit. Um sicher zu gehen, dass sich der Lebensgefährte tatsächlich ärztlich untersuchen lässt, vereinbaren sogar einige Frauen die Arzttermine ihrer Männer.

Quelle: Ärztliche Praxis

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