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Kritik an der Fett-Weg-Spritze

Behandlung ist ein gutes Geschäft aber ohne wissenschaftliche Grundlage

21.09.2007

Die sogenannte Fett-Weg-Spritze gerät zunehmend in die Kritik der Experten. Die umstrittene Behandlung verspricht, Fettgewebe mit Hilfe von Injektionen aufzulösen. Obwohl der Erfolg der Methode wissenschaftlich nicht bewiesen ist, unterziehen sich immer mehr Menschen der Injektionslypolyse. "Dabei wird eine Substanz in das Fettgewebe injiziert, die ursprünglich zur Auflösung von Thromben entwickelt wurde", erklärt Walter Jungwirth, Leiter der Abteilung für Plastische Chirurgie an der EMCO-Klinik in Salzburg. "Die Methode wird mit viel Aufwand beworben - meine eigenen Erfahrungen sind allerdings nicht so gut."

"Es kommt zu sehr unkonstanten Ergebnissen, die Behandlung ist schmerzhaft und muss oft wiederholt werden", so Jungwirth. "Eine Grazer Studie hat anhand eines Vergleichstests wissenschaftlich bewiesen, dass nach der Anwendung kein postiver Effekt messbar ist." Jungwirth selbst hat die Behandlung mit der Fett-Weg-Spritze wieder aufgegeben. "Es gibt zwar einzelne Fälle, wo es scheinbar wirkt, aber aus meiner Erfahrung weiß ich, dass viele Patienten danach enttäuscht sind." Regina Maria Wagner, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), sind auch positive Fälle bekannt: "Es gibt widersprüchliche Berichte - das lässt vermuten, dass der Erfolg Anwender- bzw. Patienten-spezifisch ist. Um Fett sichtbar und messbar zu entfernen gibt es jedoch die wissenschaftlich bewiesene Methode der Fettabsaugung."

Vor allem in den USA gewann die Fett-Weg-Spritze in den vergangenen Monaten an Popularität. Das Advanced-LipoDissolve-Center betreibt mittlerweile 15 Kliniken in sieben Bundesstaaten, die auf die Methode spezialisiert sind. Über 100.000 Patienten wurden der Behandlung bereits unterzogen, die etwa 2.000 Dollar pro Körperteil kostet. Bemühungen, die umstrittene Methode zu verbieten, waren bislang nicht erfolgreich. "Hier werden nicht zugelassene Medikamente für nicht zugelassene Behandlungen gebraucht und wir können nicht für die Gesundheit der Patienten garantieren", warnt Karen Riley von der US-amerikanischen Food and Drug Administration.

In Österreich werde die Fett-Weg-Spritze aggressiv beworben, berichtet Jungwirth. "Es gibt eine sehr aktive Gruppe von Ärzten, die mich sogar persönlich verbal attackiert hat, nachdem ich meinen Patienten von der Behandlung abgeraten habe." Für die Ärzte sei die Methode schließlich ein sehr gutes Geschäft. "Eine Spritze ist im Internet schon um wenige Euro erhältlich - bei der Anwendung kostet sie dann 300 Euro. Die Unterstützer der Fett-Weg-Spritze sind keine plastischen Chirurgen, sondern Allgemeinmediziner, denen das Fachwissen fehlt", meint Jungwirth abschließend.

Quelle: pte

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