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Gesund essen : Ernährung bei Unverträglichkeiten

Vermeintlich gesunde Lebensmittel können individuell schlecht vertragen werden.

16.3.2006

Bildquelle: FG
Gut und ausgewogen ernähren kann man sich ohne viel Aufwand mit der Ernährungspyramide. Doch die ist nicht für alle Menschen gültig: 1,6 Millionen ÖsterreicherInnen leiden an Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten oder -Intoleranzen. Am häufigsten sind Fruktose-, Laktose- sowie Histaminunverträglichkeiten. Im Rahmen der Informations-Offensive des Fonds Gesundes Österreich zu ausgewogener Ernährung erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Doz. Ingrid Kiefer, was zu beachten ist.

"Die Ernährungspyramide zeigt, in welchen Mengen bestimmte Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen sollten: Kein Lebensmittel ist verboten, es kommt auf die Menge und Kombination an. Leider ist das nicht für alle ÖsterreicherInnen gültig", sagt Dennis Beck, der Geschäftsführer des Fonds Gesundes Österreich. Denn bei gar nicht so wenigen Menschen kann der Konsum bestimmter, allgemein als gesund eingeschätzter Lebensmittel wie Obst oder Milchprodukten zu unangenehmen Folgen führen. Nämlich dann, wenn sie mit einer Unverträglichkeit auf bestimmte Nahrungsbestandteile wie Laktose, Fruktose oder Histamine reagieren. Rund 20 Prozent oder mehr als 1,6 Millionen ÖsterreicherInnen leiden Expertenschätzungen zufolge unter derartigen Problemen. "Das Ausmaß wird häufig unterschätzt", so Beck. "Viele Betroffene leiden Jahre lang an Beschwerden, ohne zu wissen, was die Ursache ist."

Auch vermeintlich Gesundes kann ungesund sein

"Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass Lebensmittel oder deren Bausteine grundsätzlich schädlich oder nützlich für den Körper sind", bringt Univ.-Doz. Mag. Dr. Ingrid Kiefer, Ernährungswissenschaftlerin und Gesundheitspsychologin am Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien, das Problem auf den Punkt: Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -intoleranzen sind so genannte pseudoallergische Reaktionen, die die gleichen Symptome wie eine Allergie verursachen, jedoch nicht immunologisch bedingt sind. Bei der Nahrungsmittelintoleranz hat der Körper die Fähigkeit verloren einen bestimmten Stoff zu verdauen oder diese Fähigkeit nie besessen.

Wenn Milchzucker Beschwerden macht

Ein weit verbreitetes Beispiel für eine Nahrungsmittelintoleranz ist die Milchzuckerunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz. "Das Grundprinzip der Therapie bei Milchzuckerunverträglichkeit hängt vom Schweregrad der Intoleranz ab. Da sehr oft kleine Mengen, bis zu zehn Gramm pro Tag, vertragen werden, muss ganz individuell entweder ganz oder auf größere Mengen von Milch und Milchprodukten verzichtet werden", weiß Dozentin Kiefer. Für Betroffene ist es daher wichtig zu wissen, bei welcher Menge Laktose sie mit Beschwerden reagieren. Nur selten kommt es bereits bei sehr geringen Laktosemengen - unter drei Gramm - zu Unverträglichkeitsreaktionen. Beschwerden treten oft erst bei Laktosemengen von über zehn Gramm auf. Von Laktoseintoleranz Betroffene müssen nicht zuletzt deshalb nicht gänzlich auf Milchprodukte verzichten, so Dozentin Kiefer. So kann auch bei weitgehend laktosefreier Diät zumindest ein Teil des Kalziumbedarfs gedeckt werden. Um einen Mangel an diesem Mineralstoff zu vermeiden, sollte außerdem mit kalziumreichem Mineralwasser und Kalziumpräparaten nachgeholfen werden. Eine weitere Hilfe für Betroffene: Milchzuckerhaltige Lebensmittel können durch die Einnahme eines Präparates zu den Mahlzeiten toleriert werden, die es in Tabletten- und Pulverform gibt. Zur Sicherung der Diagnose wird ein Laktose-Toleranztest durchgeführt.

Probleme mit Obst

Bei der Fruktoseintoleranz handelt es sich um eine oft angeborene Stoffwechselstörung: Die Fruktose kann dabei problemlos über ein Transportsystem im Darm in den Körper aufgenommen aber nicht richtig in der Leber abgebaut werden, was Blähungen, Bauchschmerzen und -krämpfe, Übelkeit oder Durchfälle sowie Verstopfungen auslösen kann. Im Gegensatz dazu ist die Fruktosemalabsorption eine erworbene Krankheit: ein defektes Transportsystem im Dünndarm verhindert, dass die Fruktose ausreichend resorbiert werden kann. In beiden Fällen sollten Betroffene den Einfachzucker meiden, der sich in der Natur vor allem in Früchten findet. Er ist aber auch Bestandteil von Honig und Haushaltszucker, der Saccharose. Ingrid Kiefers Ernährungstipp: "Weil viele Obstsorten gemieden werden müssen, sollten andere vitaminreiche Lebensmittel ausreichend in den Speiseplan eingebaut werden. Dazu gehören alle Gemüsesorten und Getreide. Diagnostiziert kann auch die Fruktoseintoleranz durch einen Wasserstoff-Atemtest werden.

Histaminose: Hände weg von Salami, Käse & Co

Ebenfalls weit verbreitet und häufig lange unerkannt ist die Histaminose oder Histaminunverträglichkeit, die Unfähigkeit des menschlichen Körpers, aufgenommenes Histamin im ausreichenden Maße abzubauen. Dozentin Kiefer: "Nach heutigen Erkenntnissen dürfte es sich dabei nicht um eine genetisch bedingte, sondern um eine erworbene Erkrankung handeln, die bei ungefähr einem Prozent der Bevölkerung auftritt. Achtzig Prozent der Betroffenen sind Frauen, der Großteil von ihnen über vierzig Jahre alt."Die Symptome der Histaminose machen sich meist einige Minuten bis eine Stunde nach dem Konsum histaminreicher oder histaminfreisetzender Nahrungsmittel bemerkbar. Zu den typischen Anzeichen dieser Unverträglichkeit gehören Migräne und starker Kopfschmerz, Verdauungsbeschwerden, Herzrasen oder niedriger Blutdruck. Häufig kommt es auch zu Hautausschlägen und Juckreiz, einem Anschwellen der Lippen, Rotwerden, dem so genannten "Flush", geröteten Augen, einer rinnenden Nase oder sogar zu Asthmaanfällen. Durch die Gabe von Adrenalin oder anderen Antihistaminika können die Symptome gemildert werden. Um herauszufinden, ob man von Histaminose betroffen ist, hilft meist nur eine Ausschlussdiät.

Literaturtipp:



Ingrid Kiefer, Herta U. Tutz:
"Laktose, Fruktose: gesund genießen
trotz Unverträglichkeiten"
Kneipp Verlag, 2005
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Mit seiner aktuellen Informations-Offensive unter dem Motto "Die Ernährungspyramide baut auf!" möchte der Fonds Gesundes Österreich gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und weiteren KooperationspartnerInnen die ÖsterreicherInnen für mehr Ernährungsbewusstsein sensibilisieren. Die Ernährungspyramide veranschaulicht, in welchen Mengen bestimmte Lebensmittelgruppen auf dem Menüplan der gesunden Österreicherinnen und Österreicher stehen sollten. Das heißt: Kein Lebensmittel ist grundsätzlich ungesund oder gar verboten. Wichtig sind Zusammensetzung, Mengen - und individuelle Verträglichkeiten.

Mehr praktische Tipps zum ausgewogenen Essen finden Sie im Internet auf der Webseite des Fonds Gesundes Österreich ...

Quelle: FGÖ

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