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Elektronischer Impfpass im e-card System kommt

Erster Pilotbetrieb startet im Jahr 2009

10.04.2008

Impfungen gehören - wie der jüngste gehäufte Ausbruch von Masernerkrankungen in Salzburg zeigt - zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen der Medizin. Die Dokumentation von Impfungen erfolgt in Österreich jedoch nicht einheitlich und in manchen Bereichen sogar lückenhaft. Es gibt, von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, eine Vielzahl von Impfstellen, die Schutzimpfungen im Rahmen von regional gewachsenen, mehr oder weniger strukturierten Impfsystemen verabreichen. Durch die Einführung eines an die e-card gekoppelten elektronischen Impfpasses soll diese Dokumentation verbessert und eine Optimierung der Durchimpfungsraten erreicht werden. Dr. Erich Laminger, Vorsitzender des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger: "Es ist das Ziel der Sozialversicherung, mit dem elektronischen Impfpass einen echten Mehrwert für die persönliche Gesundheit und Sicherheit unserer Versicherten zu bieten. Mit dem e-card-System haben wir jetzt auch die technologische Grundlage, um auf einen Blick sichtbar zu machen, welche Impfungen bereits durchgeführt wurden, aber auch um Versicherte daran zu erinnern, welche Impfungen demnächst wieder fällig werden, um einen optimalen persönlichen Impfschutz zu erreichen".

Der Hauptverband hat unter Leitung von Univ. Prof. Dr. Michael Kunze (Vorstand des Instituts für Sozialmedizin im AKH) und unter Einbeziehung namhafter Impf-Experten eine Machbarkeitsanalyse durchgeführt, in dem einerseits die derzeitige Impfsituation analysiert und andererseits die grundlegenden Anforderungen an einen elektronischen Impfpass dargestellt werden. Die für einen elektronischen Impfpass relevanten Schutzimpfungen können folgenden 3 Impfkreisen zugeordnet werden:

  • Kinder bis zum 15. Lebensjahr: hier gibt es seit 1997 ein Impfkonzept, in dessen Rahmen die meisten Impfungen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

  • Erwachsene: hier werden Auffrischungsimpfungen und Neuimpfungen üblicherweise im Rahmen von allgemeinärztlichen Routineuntersuchungen oder Impfaktionen durchgeführt.

  • Reiseimpfungen: die meisten erfolgen auf freiwilliger Basis.

Prof. Kunze: "Bei der Impfdokumentation verfolgen die einzelnen Bundesländer zum Teil sehr unterschiedliche Ansätze, die zueinander häufig nicht kompatibel sind. In Summe ist die Erfassung der Impfdaten lückenhaft. Ein zentrales Erfassungssystem für die Impfdaten bzw. eine Vereinheitlichung und Vernetzung der bestehenden Systeme ist daher absolut wünschenswert". Aus Gründen der Akzeptanz der Versicherten, des Datenschutzes und der Praktikabilität soll sich der elektronische Impfpass an den derzeit gängigen papiergebundenen Impfpässen orientieren:

  • Die Eintragungen müssen internationalen Richtlinien entsprechen und nachvollziehbar sein.

  • Alle gespeicherten Daten müssen für den Inhaber des elektronischen Impfpasses einsehbar sein.

  • Ohne Zustimmung des Impfpass-Inhabers bzw. ohne direkten Patientenkontakt darf kein Einblick in die persönlichen Impfdaten möglich sein.

Grundsätzlich sollte der elektronische Impfpass die Impfdaten der Gesamtbevölkerung quantitativ erfassen. Bei Personen, die nach dem Start des Systems geboren werden, ist dies von Beginn an möglich. Die Datensätze älterer Personen bleiben zwangsläufig unvollständig oder müssen anhand von bestehenden Impfpässen ergänzt werden. Der hohe Aufwand dafür spricht eher für die Datenerfassung ab einem bestimmten Stichtag - allerdings wird der elektronische Impfpass in diesem Fall den Impfstatus der Bevölkerung erst nach etlichen Jahren adäquat abbilden können. Daraus ergeben sich für den elektronischen Impfpass wesentliche Anforderungen wie

  • eine verpflichtende elektronische Impfdokumentation durch ÄrztInnen als Grundvoraussetzung für den Erfolg des neuen Systems

  • die auf freiwilliger Basis erfolgte Zustimmung der PatientInnen zur elektronischen Erfassung und Speicherung von Impfdaten

  • ein Einladungs- und Recall-System, damit vorgesehene Impfungen nicht vergessen werden.

Ende vergangenen Jahres führte das Meinungsforschungsinstitut GfK Austria eine Repräsentativerhebung zum Thema elektronischer Impfpass und Impfinformation unter 4.000 ÖsterreichernInnen ab 15 Jahren durch. Die aktuellen Ergebnisse dieser repräsentativen Bevölkerungsstudie zeigen, dass 57 Prozent der österreichischen Bevölkerung manchmal bis sehr oft auf die Auffrischung von Impfungen vergessen haben. Die Gründe dafür sind evident: Zum Einen besitzt ein nicht unbeträchtlicher Anteil der österreichischen Bevölkerung 2 Impfpässe (21 %) und andererseits muss derzeit immer wieder in den Impfpässen nachgeschaut werden, wenn man sich einen Überblick über die potentiell anstehenden Auffrischungsimpfungen machen will. Nur 6 % der österreichischen Bevölkerung werden derzeit von ihren Ärzten an Auffrischungsimpfungen erinnert.

Trotz der Tatsache, dass der Impfpass ein sehr wichtiges Dokument ist, geben 46 Prozent der Österreicher an, dass es bereits vorgekommen ist, dass sie den Impfpass im Zuge eines Arztbesuchs nicht mitgehabt haben. Weiters waren bei 26 Prozent der Österreicher schon einmal Impfungen nicht in den Impfpass eingetragen worden und 14 Prozent geben an, ihren Impfpass schon einmal verloren zu haben. 83 Prozent aller Österreicher halten es für sehr bis eher wichtig über anstehende Impfungen informiert zu werden. Lediglich 4 Prozent meinen, dass eine solche Information völlig unwichtig ist. Ein Bundesländervergleich und eine geschlechtsspezifische Analyse zeigen, dass die österreichische Bevölkerung im Durchschnitt zum Thema Impfinformation eine sehr homogene positive Meinung vertritt. E-Mails und schriftliche postalische Erinnerungen würden dem SMS und Anruf klar bevorzugt werden (38/35 % vs. 19 bzw. 16 %).

Einer Aufnahme persönlicher Impfdaten in eine zentrale Datenbank würden 79 Prozent der Österreicher zustimmen, lediglich 9 Prozent lehnen dies ab. Auch hier zeigt ein regionaler und geschlechtsspezifischer Vergleich ein sehr ähnliches Bild, wobei eine leicht geringere Akzeptanz in der Altersgruppe der 30-39 Jährigen vorliegt. Rund 86 Prozent würden eine automatische Verknüpfung des Impfpasses mit der e-card begrüßen. Davon würden 64 Prozent eine Verknüpfung sogar sehr begrüßen. Hier zeigt sich im Bundesländervergleich, dass im Durchschnitt Burgenland und Kärnten die höchste Akzeptanz aufweisen, gefolgt von Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg. Ingesamt betrachtet ist die Akzeptanz in Gesamtösterreich sehr hoch. Abschließend ergibt eine geschlechtsspezifische Analyse, dass Männer im Durchschnitt eine Verknüpfung des Impfpasses mit der e-card tendenziell stärker begrüßen. Demnach begrüßen 69 Prozent der Männer diese Verknüpfung sehr, während es bei den Frauen nur 60 Prozent sind.

Erster Pilotbetrieb startet im Jahr 2009

Aufbauend auf der Machbarkeitsanalyse erarbeitet der Hauptverband derzeit ein Detailkonzept für den elektronischen Impfpass auf Basis der e-card Infrastruktur. DI Volker Schörghofer, stv. Generaldirektor im Hauptverband: "Auch bei dieser Anwendung werden keinerlei medizinische Daten oder Impfdaten auf der e-card gespeichert. Die e-card ist und bleibt wie bisher der sichere Schlüssel, durch den der Zugang zu diesen Daten für berechtigte Personen ermöglicht wird". Die e-card Infrastruktur dient dabei also der sicheren Identifikation von Patient und Arzt und der sicheren Übermittlung der Impfdaten. Wie schon bei anderen e-card Anwendungen gilt auch hier das 2-Schlüssel-Prinzip: nur in Kombination von e-card des Patienten und Ordinationskarte des Arztes erfolgt der Zugriff auf die Impfdaten. Die Datenübertragung erfolgt, wie bei allen sensiblen Anwendungen über das sichere Gesundheitsinformationsnetz, in dem nur berechtigte Teilnehmer (wie z.B. Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken) zugelassen sind.

Mögliche Funktionalitäten des elektronischen Impfpasses:

  • Der elektronische Impfpass wird sich hinsichtlich der Funktionalität und des Umfanges der gespeicherten Daten an den derzeit gängigen papiergebundenen Impfpässen orientieren. Darüber hinaus sollen Informationen wie Teilimpfungsvermerk oder Impfart mit aufgenommen werden.

  • Das elektronische Impfdokument soll beim Arzt bzw. bei Impfterminals ausdruckbar sein (z.B. als Nachweis für Reiseimpfungen).

  • Ein Recall-System auf freiwilliger Basis (per E-Mail, SMS oder Brief) ist vorgesehen.

  • Gesundheitsportal / Impfportal für Patienten: mit der e-card als Bürgerkarte soll der Patient Einsicht in seine Impfdaten und auch Informationen über fällige Impfungen oder Reiseimpfungen bekommen. In diesem Portal sollen weiters auch allgemeine Informationen zum Thema Impfungen (Impfempfehlungen, News) zur Verfügung gestellt werden.

  • Das Call Center der Sozialversicherung wird allgemeine Fragen zum e-Impfpass beantworten können.

Für die Versicherten ergibt sich mit Einführung des elektronischen Impfpasses daher folgender Nutzen:

  • Er schafft eine strukturierte, österreichweit einheitliche Impfdokumentation.

  • Die Selbstkontrolle der Impfungen durch Patienten wird einfacher.

  • Durch ein Recall-System (auf freiwilliger Basis) können Impfungen nicht vergessen werden.

  • Die Sozialversicherung verspricht sich einen effizienteren Einkauf von Impfstoffen für Kinderimpfungen.

  • Durch eine einheitliche Impfdokumentation ist eine bessere Kontrolle von Interaktionen zwischen Impfungen und Medikamenten bzw. von Nebenwirkungen durch Impfungen möglich.

Quelle: ots

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