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Elektrofahrräder im Konsument-Test

Große Differenzen bei Reichweite und Akku-Ladezeiten


28.05.2010


Elektrofahrräder sind "in": Das zeigen nicht nur die Absatzzahlen im Handel sondern auch das Förderinteresse der Politik, die die Anschaffung eines Elektrofahrrades mit Beträgen bis zu 400 Euro unterstützt. Doch wie alltagstauglich sind sie? Der Verein für Konsumenteninformation hat acht Elektrofahrräder in der Preisklasse von 1.400 bis 2.350 Euro getestet und damit mehr als 3.000 Kilometer zurückgelegt - eine Strecke, die dreimal der Distanz Wien - Paris entspricht. Drei wichtige Komponenten des Elektrofahrrades wurden dabei besonders unter die Lupe genommen: der Akku, der Antrieb und die elektronische Steuerung in Form der Bedienkonsole.

"Alles in allem hat uns der Test positiv überrascht - insbesondere bei der Reichweite mit einer Akkuladung. Im Durchschnitt kann man bei minimaler Unterstützung durch den Elektromotor 68 Kilometer zurücklegen“, so Ing. Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation. "Eine detailliertere Betrachtung zeigt allerdings, dass die Leistungsunterschiede deutlich ausfallen. Sie reichen von gerade einmal 37 Kilometern bei Gepida bis hin zu 99 Kilometer bei Testsieger KTM.“ Ein ähnlich differenziertes Bild zeigt sich bei der Ladedauer, die zwischen drei Stunden (KTM) und rund sieben Stunden (Genesis und Schachner) liegt. Von den insgesamt acht getesteten Elektrofahrrädern wurden vier mit gut und vier mit durchschnittlich bewertet. Gute Räder gibt es ab etwa 2.000 Euro: KTM, Flyer, Kettler und Matra Sports.

Deutliche Unterschiede beim Akku

Wie lange der Akku hält, hängt neben den Gelände- und Witterungsbedingungen (zum Beispiel Gegenwind) vom Fahrergewicht, dem Fahrverhalten ("schaltfaul" oder nicht) sowie von der gewählten "Unterstützungsstufe" ab, von denen alle gesteten Elektrofahrräder zumindest zwei haben. Bei geringer Unterstützung durch den Elektromotor lag die Reichweite bei 68 Kilometern, bei normaler Unterstützung schafften die Räder im Schnitt 50 Kilometer und mit voller Power immerhin noch 35 Kilometer im Mittel. Möglich werden diese Reichweiten durch den Einsatz von Lithiumtechnologie. Die besten Reichweitenergebnisse erzielten die getesteten Räder von Giant, KTM und Flyer, während Gepida deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb.

"Wer bei längeren Radtouren auf Nummer sicher gehen will, sollte mit einem Ersatzakku oder einem Ladegerät ausgerüstet sein. Ersatzakkus gehen mit 500 bis 800 Euro jedoch ins Geld - ganz abgesehen davon, dass man zusätzliche zwei bis rund vier Kilogramm durch die Gegend kutschiert", weiß VKI-Projektleiter Franz Wallner. Auch die Mitnahme eines Ladegerätes ist nicht der Weisheit letzter Schluss: Bei den Rädern von Genesis und Schachner braucht der Akku nahezu sieben Stunden, bis er wieder aufgeladen ist. Doch selbst Testsieger KTM zwingt mit rund drei Stunden Ladedauer zu einer längeren Einkehr.

Bei der Antriebsart steht man vor folgender Wahl: Hinterrad-Nabenmotor, Vorderrad-Nabenmotor oder Tretlagermotor:

  • Hinterrad-Nabenmotor/Heckantrieb: Dieser arbeitet nahezu lautlos und greift beim Anfahren auch bei glattem oder sandigem Untergrund gut. Eine Rücktrittbremse ist hier nicht möglich. Tendenziell wird das Fahrrad etwas hecklastig, vor allem, wenn der Akku am Gepäckträger montiert ist und zusätzlich mit Gepäck oder einem Kindersitz belastet wird. Im Test: KTM, Matra Sports.

  • Tretlagermotor: Dies ist meist die kompakteste Bauform. Motor und Akku befinden sich zentral am Tretlager, also den Pedalen. Das bringt einen gut gelagerten Schwerpunkt des Fahrrades mit sich. Eine Rücktrittbremse steht hier ebenfalls nicht zur Verfügung. Die Kosten sind konstruktionsbedingt meist etwas höher. Der Motor ist leicht hörbar. Im Test: Flyer, Kettler, Gepida.

  • Vorderrad-Nabenmotor/Frontantrieb: Dieser erlaubt die Verwendung aller Schaltungsarten, die Rücktrittbremse bleibt erhalten. Bei der Beladung des Gepäckträgers stellt der Antrieb ein gutes Gegengewicht dar. Das Fahrverhalten ist aber teils gewöhnungsbedürftig: Bei glattem oder sandigem Untergrund neigt das Rad zum Wegrutschen. Der Motor ist hörbar. Im Test: Genesis, Giant, Schachner.

Welches Konzept das beste ist, hängt von den eigenen Fahrgewohnheiten ab, wie man das Rad nutzt (z.B. für den Einkauf, mit Kindersitz) und mit welchem Antrieb man sich de facto am besten zurechtfindet. "Das zeigt aber erst der Praxistest. Daher ist es ratsam, das Rad vor dem Kauf Probe zu fahren", rät Franz Wallner. "Zudem ist es vorteilhaft, auf eine Gewichtsverteilung möglichst in Schwerpunktnähe zu achten.“

Die Bedienkonsole gibt Auskunft über die gerade aktive Unterstützungsstufe, zeigt die gefahrene Geschwindigkeit und die zurückgelegten Kilometer an. Auch den Akkustand sollte man hier mühelos und exakt ablesen können. Bei Giant Twist Elegance CS war das nicht der Fall - die restlichen Räder überzeugten jedoch in diesem Punkt.

Elektrofahrräder wiegen in der Regel um fünf bis zehn Kilogramm mehr als herkömmliche Räder und sind ohne Motorunterstützung schwerer zu lenken. Wie gut sich ein Rad ohne Unterstützung durch den Elektromotor fährt, darauf sollte man idealerweise bereits beim Kauf achten. Im Test gab es hier lediglich zwei "gute" Bewertungen: KTM und Matra Sports.

Einige Räder (KTM, Matra Sports) sind zudem mit der sogenannten Rekupationstechnologie ausgestattet. Diese soll dazu dienen, während des Bremsens Energie zurückzugewinnen. In der derzeitigen Form erweist sich die Energierückgewinnung jedoch als nicht ausreichend und kann wohl vorrangig als Verkaufsgag gesehen werden.

Weitere Informationen zum Test finden Sie in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift "Konsument" sowie unter www.konsument.at.

Quelle: VKI

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