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Einsamkeit schadet Körper und Seele

Niemand ist rund um Weihnachten gerne allein

Advent und Weihnachten gelten dem Klischee nach nicht nur als "stillste" Zeit im Jahr, sondern auch als Zeit der Harmonie und familiären Zusammenkünfte. Die Realität sieht anders aus. Für die zunehmende Zahl allein lebender Menschen ist Weihnachten eines der gefürchtetsten Feste überhaupt. So belegt eine jüngst vom Fonds Gesundes Österreich in Auftrag gegebene Umfrage, dass 12 Prozent der ÖsterreicherInnen - vor allem Singles und verwitwete Personen - Angst davor haben, zu Weihnachten alleine zu sein. Denn in den "besinnlichen" Tagen wächst der Druck und die Sehnsucht nach Glück und Harmonie. Wünsche nach Zuwendung, Liebe und nach einem Partner werden stärker, die sich für allein lebende Menschen allerdings oft nicht einlösen lassen.

"Das Gefühl der Einsamkeit macht auf eine Sehnsucht aufmerksam und zeigt, was ich gerne hätte", weiß Mag. Gerlinde Rohrauer, Gesundheitsreferentin im Fonds Gesundes Österreich. "Der Wunsch nach einer stabilen Zweierbeziehung, Familie und Menschen, von denen man geliebt und geschätzt wird, ist bei vielen allein lebenden Menschen da und wird angesichts der Weihnachtsfeiertage noch extrem verstärkt."

Einsamkeit hat sich in zahlreichen Studien ganz klar als Risikofaktor für körperliche und psychische gesundheitliche Beschwerden erwiesen. In der "Alameda County"-Studie der Amerikanischen Professorin Lisa Berkman etwa wurde nachgewiesen, dass Menschen ohne PartnerInnen, FreundInnen und ohne ausreichendes soziales Netzwerk ein dreifach erhöhtes Sterberisiko gegenüber Menschen mit intakten sozialen Beziehungen haben. Einer aktuellen dänischen Studie zufolge haben Singles ein vierfach erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod, wofür die Forscher vor allem Depressionen verantwortlich machen.

Allein lebende Menschen ohne Partner haben ein generell erhöhtes Risiko zu vereinsamen. Die Weihnachtsfeiertage stellen häufig besonders hohe Anforderungen an sie. Besonders schwierig und kräfteraubend wird es für jene Menschen, die kein stabiles soziales Netzwerk oder keine Familie haben. "Der Wunsch nach Besinnlichkeit, Zugehörigkeit und Stille im Kreis der Familie beschert diesen Menschen enormen Druck", bringt Mag. Rohrauer das Problem auf den Punkt. In vielen Fällen führt das Gefühl der Einsamkeit zu Beeinträchtigungen der seelischen Gesundheit. Für 7 Prozent der ÖsterreicherInnen ist die Weihnachtszeit deshalb Auslöser für depressive Verstimmungen. Auch die Zahl der Selbstmorde ist jedes Jahr rund um Weihnachten erschreckend hoch. Daher ist es besonders wichtig, dass die Menschen sich in dieser Zeit auch um ihr seelisches Wohlbefinden kümmern.

Einige Anregungen und mögliche Wege aus der Einsamkeit können sein:

  • Telefonieren: Einen anderen Menschen anrufen, einen neuen Kontakt aufnehmen. Kontakte gehören zu den wichtigsten sozialen Ressourcen im menschlichen Leben.

  • Sich aktiv und bewusst mit sich selbst auseinandersetzen: Was stört, was wird vermisst, wie gehe ich mit mir selbst um, was möchte ich?

  • Verabreden: Sich mit anderen Menschen verabreden, andere Menschen treffen, z.B. für Kino, Theater, Museumsbesuche, Spaziergänge etc.

  • Selbst zu einer Feier einladen: Dafür bieten sich einige Tage zwischen den Feiertagen gut an. Andere allein lebenden Menschen in der Bekanntschaft einladen, zum Beispiel FreundInnen, Verwandte oder NachbarInnen, die ebenso allein sind oder die man um sich haben möchte.

  • Sich für andere engagieren: Auch ehrenamtliches Engagement kann helfen: Zum Beispiel zum Jahreswechsel im Seniorenheim Kaffee ausschenken, mit den Menschen plaudern, schöne und schwierige Lebensgeschichten kennen lernen und mitfeiern.

  • Hilfe suchen: Wenn Sie keinen Ausweg aus der Einsamkeit finden oder sich in einer Krise befinden, können auch Fachleute helfen. Die Broschüre "Seelische Gesundheit" oder der Folder "Schau auf dich!" des Fonds Gesundes Österreich können vielleicht einen ersten Schritt aus diesem "Weihnachts-Tief" bedeuten. Darin findet man Anregungen, Hilfe und praktische Tipps für mehr Kraft und Freude im Alltag. Beide Ratgeber können auf der Webseite des FGÖ heruntergeladen bzw. per eMail oder telefonisch unter 01 / 8950400 bestellt werden.
Bei Einsamkeit und emotionalen Krisen sind an den Feiertagen folgende Beratungsstellen telefonisch erreichbar:

  • Sozialpsychiatrischer Notdienst des Psychosozialen Dienstes: 01 / 3108779

  • Telefonseelsorge: Tel.: 142

  • Ö3-Kummernummer: 0800 / 600 607

  • Notfallpsychologischer Dienst Österreich: 0699 18855400


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