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Diabetes : Heimlich Zucker messen u. Insulin spritzen

Angst als Hauptgrund für geheimes Messen und Injizieren

02.08.2006

Die Mehrzahl der Menschen, die insulinpflichtige Diabetiker beim Injizieren des künstlichen Hormonpräparats sehen, können mit dieser alltäglichen Handlung des Zuckerkranken nichts anfangen. Diese ernüchternde Schlussfolgerung lässt die erste österreichische Online-Umfrage zum Thema "Öffentlich oder geheim? Wie spritzen sie Insulin oder messen den Zucker?" auf der Informationsplattform Diabetes Austria zu, an der mehr als 300 User teilgenommen haben.

61 Prozent der Umfrageteilnehmer antworteten nämlich auf die Frage "Wie reagieren Fremde in der Öffentlichkeit, wenn Sie sich Insulin spritzen?" mit "Mit neugierigen Blicken". Nur 29,5 Prozent sagten "Gar nicht". 9,6 Prozent meinten, dass Fragen gestellt würden.

Die Gesundheitspsychologin Claudia Pfefferkorn sieht die Gründe für dieses Ergebnis in der mangelnden Aufklärung der gesunden Bevölkerung. Man habe zu wenig Ahnung über das, was Diabetes bedeute. Die Zuckerkrankheit werde immer noch tabuisiert, sie werde noch immer allein mit ungesunder Ernährung und mit Esssucht begründet. Damit wird die Erkrankung in die "Selbst-Schuld-Ecke" gedrängt, weshalb es auch vielen insulinpflichtigen Diabetikern peinlich sei, in aller Öffentlichkeit Zucker zu messen oder Insulin zu injizieren.

Psychologin fordert Aufklärungskampagne zur Enttabuisierung

So lasse sich auch erklären, warum immerhin 16,7 Prozent der Umfrageteilnehmer nicht vor dem Chef, eventuell beim gemeinsamen Mittagessen, Blutzucker messen wollen. Wobei hier sicher die Angst, durch die Krankheit Nachteile im Berufsleben zu erfahren, wächst. "Die Zuckerkrankheit wird in jeder Phase als Makel erlebt", sagt Pfefferkorn. Und fordert die Politik auf, noch mehr als bisher zur Aufklärung der breiten Öffentlichkeit zu tun.

Zwar haben 63 Prozent kein Problem in der Öffentlichkeit Zucker zu messen, beinahe 50 Prozent verhalten sich beim Injektion geben genau so. Aber immerhin 18 Prozent der Diabetiker, die an der Online-Umfrage teilgenommen haben, haben auch ohne beobachtenden Chef ein Problem, in aller Öffentlichkeit, zum Beispiel im Restaurant, Zucker zu messen.

Sie messen, ehe sie weggehen zu Hause - und wollen erst dort wieder messen. Das ist zwar ein geringer Anteil der gesamten Userzahl, aber im Verhältnis zur allgemeinen Annahme, dass insulinpflichtige Diabetiker ihr Krankheitsmanagement nachVernunftkriterien durchführen, doch auch recht viel. Denn der Zuckerwert kann sich aufgrund von Anstrengungen oder doch vermehrter Nahrungsaufnahme - etwa ein nicht berechnetes Dessert - noch stark verändern. Weshalb ein Insulinspritzenetwa eine Stunde nach dem Messen doch recht risikoreich wäre.
 
Quelle: Diabetes Austria

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