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Depressionen dürfen kein Tabu-Thema sein

Saisonale Winter-Depression betrifft vor allem Frauen

28.12.2006

Weihnachten - die schönste Zeit des Jahres. Besinnliche Stunden im Kreis der Familie, gemütliche Abende, Winterspaziergänge, für die meisten Menschen Gelegenheit nach einer meist stresserfüllten Vorweihnachtszeit einmal zur Ruhe zu kommen. Für viele Menschen in Österreich sind die Feiertage jedoch die Zeit starker Depressionen: sie fühlen sich alleingelassen, nutz- und antriebslos. Was folgt sind Unruhe, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit bis hin zu körperlichen Beschwerden wie Verdauungsstörungen und starken Kopfschmerzen.

"Depression ist die häufigste und zugleich am stärksten tabuisierte psychische Störung, die entweder als Krankheit auftritt oder als depressive Verstimmung, die die Schwelle der Krankheitsdefinition zwar nicht erreicht, aber dennoch den Alltag der Betroffenen massiv beeinträchtigt", so Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat. Depression sei eine Erkrankung mit hoher Prävalenz; etwa 20 Prozent aller Österreicher/innen erkranken im Laufe ihres Lebens daran, wobei das typische Alter zwischen 25 und 40 Jahren liegt und das Risiko im höheren Lebensalter noch zunimmt.

Zwischen den Geschlechtern deutliche Unterschiede

Vorliegende Untersuchungen zeigen, dass die Depressionsraten bei Frauen zwei bis drei Mal so hoch sind als bei Männern. Schon allein deshalb ist die Beachtung der Depression bei Frauen bei präventiven und therapeutischen Überlegungen und Maßnahmen besonders wichtig. Bei verheirateten Frauen sind die Raten höher als bei ledigen Frauen. Mütter mit kleinen Kindern haben ein besonders hohes Depressionsrisiko", so die Gesundheitsministerin weiter.

An der Herbst/Winter-Depression (saisonal abhängige Depression - SAD) leiden etwa 5 Prozent der Bevölkerung, der Frauenanteil beträgt hier 75 Prozent. Als Ursache der Depression gilt nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ein veränderter Stoffwechsel des Gehirns, die Spiegel der Überträgersubstanzen (sogenannte Neurotransmitter) Serotonon und Noradrenalin sind im Vergleich zu Gesunden niedriger.

Einsamkeit ist oft ein Auslöser für Depressionen, aber auch für vorübergehende Niedergeschlagenheit, die nicht selten im Zusammenhang mit traditionellen Festen wie Weihnachten, verstärkt auftreten. Neben den dunklen Wintertagen, die wegen des fehlenden Sonnenlichts eine sogenannte saisonale Depression auslösen können, birgt auch der vorweihnachtliche Trubel eine Menge Depressions- und Konfliktpotential. Der Vorbereitungsstress und zu hohe Erwartungshaltungen können ganz leicht zu einer Enttäuschung führen, gerade auch deshalb, weil Weihnachten in unseren Breiten mit starken Klischeevorstellungen beladen ist. Besonders trifft diese spezielle Situation Personen, die kürzlich eine Trennung bzw. einen schmerzlichen Verlust erleiden mussten.

"Wichtig ist, das Einsamkeitsgefühl nicht zu leugnen, versuchen zu analysieren, Pläne zu schmieden und sich selbst etwas Gutes zu tun! Auch Bewegung in der Natur, frische Luft und vor allem Tageslicht helfen dabei, trübe Gedanken zu verscheuchen. Keinesfalls sind Alkohol und übermäßiges Frustessen ein probates Mittel, sondern verstärken im Gegenteil die traurige Stimmung. Bei wem die depressive Verstimmung jedoch über die Feiertage hinaus anhält, der sollte unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, auch für den Fall einer akuten Eskalation muss unbedingt eine professionelle Krisenintervention erfolgen", so Rauch-Kallat abschließend.

Zentrale Telefonnummern & Beratungsstellen

Ö3-ÖRK Kummernummer: 0800/600 607

Telefonseelsorge: 142 (österreichweit, kostenlos)

Sorgentelefon für Kinder, Jugendliche und Erwachsene: 0800 201 440

ORF Rat auf Draht: 147 (österreichweit, kostenlos)

Kriseninterventionszentrum: 01/406 95 950

Psychosozialer Notdienst: 01/310 87 79, 01/310 87 80

Frauennotruf: 01/717 19

Familienberatungsstellen: 0660/5201

Wiener Frauentelefon: 01/408 70 66

Männerberatung: 01/603 28 28


Quelle: BM für Gesundheit und Frauen


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