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Ist der Darm gesund, freut sich der Mensch

Das Multitalent in unserer Körpermitte erfüllt viele wichtige Aufgaben.

23.04.2009


Er ist rund acht Meter lang, schlauchförmig, kriegt alles kurz und klein, was ihm angeboten wird und wenn er nicht gerade für neue Energie sorgt, kämpft er mit Giften, Säuren und Krankheitserregern: Der Darm. Als wichtiger Teil eines hochkomplexen Verdauungs- und Immunsystems beeinflusst er unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden sowie unsere Gemüts- und Stimmungslage wie kein anderes Körperorgan. In seiner Schleimhaut finden sich mehr als 70 Prozent der Abwehrzellen des menschlichen Immunsystems, Millionen von Nervenzellen haben zudem eine direkte Verbindung vom Darm zum Gehirn. Mediziner sprechen daher auch vom "zweiten Gehirn" oder "Bauchhirn". Rund um die Uhr leistet er lebensnotwendige Schwerstarbeit und das meist unbemerkt. Denn, wahrgenommen wird der Darm oft erst dann, wenn er Schwierigkeiten bereitet. "Probleme mit der Verdauung sind häufig unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos", erklärt Prof. Dr. Gereon Börsch, Direktor der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Nephrologie des Elisabeth-Krankenhauses Essen. "Jeder hat bestimmt einige davon schon selber erlebt: Durchfälle oder Verstopfungen, Blähungen nach bestimmten Speisen, Krämpfe im Magen und Darm, ausgelöst durch verdorbene Lebensmittel oder auch durch Stress oder psychische Probleme. In den meisten Fällen treten die Symptome vorübergehend auf. Wer auf die Ernährung achtet und den Darm gut behandelt, kann solche Verdauungsstörungen sogar ganz vermeiden."

Füttern erwünscht, aber richtig

Wenn man bedenkt, dass im Laufe eines Lebens rund 30 Tonnen Nahrung und etwa 50.000 Liter Flüssigkeit durch den Darm wandern, dann sollte schon genau hingeschaut werden, zu welchen Lebensmitteln man greift und was dem Darm zugemutet wird. Um das Verdauungssystem ein Leben lang fit und gesund zu halten, kann jeder eine Menge selber tun. "Das Wichtigste ist eine ausgewogene und darmfreundliche Ernährung. Mit ihr kann der reibungslose Dauerbetrieb des Darms und seine Gesundheit unterstützt werden, was letztendlich dem ganzen Körper zugute kommt", rät der Darmspezialist. "Vor allem Ballaststoffe sind wichtige Verdauungshelfer und sorgen für mehr Bewegung im Verdauungstrakt. Sie quellen auf, was das Stuhlvolumen vergrößert. Die Zeit, die der Stuhl im Darm verbleibt, verkürzt sich und Verstopfungen haben keine Chance. Auch krebserregende Substanzen und Giftstoffe haben so einen verkürzten Kontakt mit der Darmwand." Eine faserstoffreiche Kost besteht aus viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Besonders gute Ballaststofflieferanten sind auch Trockenfrüchte, Getreideflocken und Hülsenfrüchte. Bei den Fetten ist nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität entscheidend, pflanzliche Fette sind gesünder als tierische. Langzeitstudien haben wissenschaftlich nachgewiesen, dass ein hoher Verzehr von rotem Fleisch das Darmkrebsrisiko erhöht. Darum, wenn schon Fleisch essen, dann lieber helles Geflügelfleisch. Außerdem ganz wichtig: viel trinken, damit Ballaststoffe ausreichend quellen können. Mindestens anderthalb Liter Flüssigkeit am Tag sollten es sein, wenn keine eingeschränkte Herz- und Nierenfunktion vorliegt. Prof. Börsch: "Wer eine ausgewogene Ernährung beherzigt, ausreichend trinkt und zusätzlich regelmäßig Sport treibt, bei dem klappt es auch mit der Verdauung und Abführmittel sind überflüssig."

Risikofaktoren senken

Darüber hinaus gibt es eine Anzahl beeinflussbarer Faktoren, die den Darm und damit auch den ganzen Körper fit und gesund halten. Übergewichtige haben ein deutlich höheres Risiko für Magen-Darm-Erkrankungen als Normalgewichtige. Wer überflüssige Kilo vermeidet oder abbaut, stärkt nicht nur seine Darmgesundheit, auch Herz und Gefäße werden es danken. Auf Zigaretten und Co. sollte verzichtet werden, denn - was viele nicht wissen - Tabakgifte schaden auch der Speiseröhre, dem Magen und dem Darm. Ein Übermaß an Alkohol ist ebenfalls riskant, da die Darmzellen nachweislich geschädigt werden können. "Das gleiche gilt für Medikamente", erläutert Prof. Börsch. "Bei Verstopfungen sollte der Körper nicht an Abführmittel gewöhnt werden. Ein träger Darm wird dadurch nur noch träger und es kommt zum Teufelskreislauf, bei dem die Darmmuskulatur geschwächt wird und Nerven absterben können. Auch Schmerz- oder Rheumamittel sollten nicht mehr als nötig eingenommen werden. Insbesondere einige Antirheumatika können die Magen- und Darmschleimhaut angreifen, es kann zu Geschwürbildung und Blutungen kommen."

Spurensuche kann Leben retten

"Scheuen Sie auch nicht den regelmäßigen Blick in die Toilette", rät Prof. Börsch. "Sollte sich Blut im Stuhl zeigen, es zu plötzlichen Stuhlgangveränderungen oder auch Gewichtsverlust kommen, müssen die Ursachen dringend medizinisch abgeklärt werden. Warnsignale sollten immer ernstgenommen werden, es könnten sich auch ernsthafte Erkrankungen dahinter verbergen. Neben chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus-Crohn oder Colitis ulcerosa kann es sich beispielsweise auch um eine Divertikulitis - bei der sich die Ausbuchtungen in der Dickdarmwand entzünden - oder im Extremfall um eine Darmkrebserkrankung handeln." Spätestens ab dem 50. Lebensjahr sollte jeder regelmäßig alle fünf bis zehn Jahre zur Darmspiegelung gehen. Ausnahme: wenn bereits jemand aus der nahen Verwandtschaft an Darmkrebs erkrankt ist. In diesem Fall sollte die Darmspiegelung früher und zeitlich engmaschiger erfolgen. Prof. Börsch: "Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, könnte um bis zu 95 Prozent reduziert werden, wenn jeder potentiell Gefährdete zur Früherkennung gehen würde. Denn rechtzeitig erkannt, sind die Heilungschancen heute gut."

Quelle: EKE

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