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Infos zur Chronisch entzündlichen Darmerkrankung

Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist eine frühe Diagnose wichtig!

21.02.2008

Etwa 80.000 Menschen in Österreich - davon allein 20.000 im Raum Wien - leiden nach Berechnungen der Ärzte an den Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Das entspricht etwa einem Prozent der Bevölkerung. CED können im Kindesalter beginnen, meistens aber im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. CED sind nicht mit Gastritis oder dem Reizdarm-Syndrom zu verwechseln, sie sind lebenslange, unheilbare Erkrankungen mit progressivem Verlauf, die die Lebensqualität schwer beeinträchtigen und zu wiederholten Operationen führen können.

Plus 270 Prozent seit 1992

Eine Auswertung des ÖBIG (Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheit) für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zeigt den innerhalb der vergangenen 15 Jahre starken Anstieg der Diagnosefälle. In beiden Fällen betrug der Anstieg zwischen 1992 und 2006 in Österreich mehr als das Zweieinhalbfache (rund + 270 Prozent). In Wien stiegen die stationären Aufnahmen aufgrund von Morbus Crohn um das 2,5fache, bei Colitis ulcerosa um mehr als das 3,5fache. Die Spezialambulanz für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa im AKH Wien ist die größte derartige Einrichtung in Österreich. Dort werden 3.500 bis 4.000 PatientInnen pro Jahr behandelt.

Späte Diagnosen verschlechtern die Prognose

Etwa 90 Prozent der CED-PatientInnen leiden phasenweise bis lebenslang an Durchfall bis hin zur Inkontinenz, 85 Prozent an Bauchschmerzen. Häufig sind Blutbeimengungen im Stuhl und Fistelbildungen: eitrige Verbindungsgänge vom Darm zu Haut, Darm, Blase, Scheide, Muskulatur, etc. "Das Risiko für Dickdarmkrebs ist bei CED auf das bis zu 10-fache erhöht", erklärt Univ.-Prof. Dr. Walter Reinisch, Gastroenterologe am Wiener AKH. "15 Jahre nach Diagnose müssen sich 34 Prozent der Patienten einer Operation am Darm, 14 Prozent zwei Operationen, und 22 Prozent drei oder mehreren Operationen unterziehen - bis hin zur Dickdarm-Entfernung und dem Einsetzen eines künstlichen Darmausganges."

Angesichts dieser Faktenlage ist die Tatsache dramatisch, dass viele Betroffene erst sehr spät in den Genuss einer adäquaten medikamentösen Therapie kommen. "Fehlende bis zögerliche Überweisung an Spezialisten bewirkt eine Verzögerung der Diagnosestellung bis zu acht Jahren bei Morbus Crohn, und bis zu zwei Jahren bei Colitis ulcerosa", sagt Prof. Reinisch.


CED-Check: 10 einfache Fragen geben Aufschluss

Prof. Reinisch: "Weil eine möglichst frühzeitige Diagnose von so zentraler Bedeutung ist, wurde jetzt ein CED-Test erarbeitet, der rasch und einfach Hinweise auf eine mögliche CED geben kann."

  • Besteht/bestand länger als 4 Wochen Durchfall (= mehr als 3 flüssige Stühle pro Tag) oder wiederholte Episoden von Durchfällen?

  • Besteht/bestand länger als 4 Wochen Bauchschmerzen oder wiederholte Episoden von Bauchschmerzen?

  • Besteht/bestand regelmäßig oder wiederholt über mehr als 4 Wochen Blut im Stuhl?

  • Bestehen/bestanden nächtliche Bauchbeschwerden wie Bauchschmerz oder Durchfall?

  • Besteht/bestand regelmäßig oder wiederholt über mehr als 4 Wochen schmerzhafter Stuhldrang?

  • Bestehen/bestanden Fisteln oder Abszesse im Analbereich?

  • Besteht/bestand allgemeines Krankheitsgefühl, Schwäche oder Gewichtsverlust?

  • Bestehen/bestanden Beschwerden außerhalb des Magen-Darm-Traktes wie Gelenksschmerzen, Augenentzündungen oder spezifische Hautveränderungen (z. B. "Erythema nodosum": Kennzeichnend dafür sind z.B. mehrere, unscharf begrenzte Flecken bzw. Knötchen unter der Haut, die leicht erhaben und sehr druckempfindlich sind)?

  • Existiert in der Familienanamnese ein Hinweis auf Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa?

  • Können andere Ursachen einer Durchfalls-Erkrankung ausgeschlossen werden, z. B. Fernreisen, Infektionen, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, Medikamenteneinnahme wie NSAR (Antirheumatika) oder Antibiotika, sexuelle Praktiken?

Wird eine der Fragen 1. bis 8. mit "Ja" beantwortet, bedarf es einer ärztlichen Abklärung. Wird zusätzlich die Frage 9. und/oder 10. mit "Ja" beantwortet, kann das den Hinweis auf CED erhärten. Der CED-Check kann online unter http://ibdis.net/cedcheck ausgefüllt werden.

Quelle: rk

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