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Warum Augen manchmal tränen oder trocken sind

Tränen Ihre Augen manchmal einfach so? Kennen Sie das Gefühl, müde Augen zu haben? Oder leiden Sie oft unter trockenen Augen?

31.07.2009


Ihr Tränenfilm versorgt die Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen. Er ist zugleich "Schmiermittel", wehrt durch bakterientötende Inhaltsstoffe Infektionen ab, schwemmt Fremdkörper aus dem Auge und sorgt für eine glatte optische Fläche. Aufgebaut ist der Tränenfilm aus drei Schichten. Der Fettschicht oder Lipidschicht, einer wässrigen Schicht und der Schleimschicht, auch Mucinschicht genannt.

Bestünden die Tränen nur aus Wasser, würde dieses, wie der berühmte Tropfen auf der heißen Herdplatte, sofort verdampfen. Andererseits muss der Tränenfilm dünn sein, sonst können wir nicht gut sehen. Die aus der Tränendrüse ausgeschiedene wässrige Lösung ist ein Blutderivat, das neben Tränenwasser ca. 0,9 % Salz und verschiedene, für die Ernährung und den Schutz der durchsichtigen Hornhaut nötigen Substanzen enthält, klärt Anton Koller, Msc., Landesinnungsmeister der Augenoptiker Wien, auf. Die wässrige Tränenschicht verhält sich wie der Inhalt eines Sandwichs zwischen der direkt auf dem Auge aufliegenden Muzinschicht und der öligen, die Verdunstung verzögernden, Lipidschicht. Durch das völlige Schließen der Lider beim Lidschlag, werden die kleinen Öltröpfchen gleichmäßig über die Lidränder verteilt und ähnlich einem Apfelstrudelteig über die wässrige Phase des Tränenfilmes gespannt. Die Muzinschicht verbindet die Hornhautoberfläche mit der wässrigen Schicht, gleicht Unebenheiten aus und ist für die Stabilität und Viskosität des Tränenfilms verantwortlich.

Warum tränen meine Augen? Warum sind sie müde?

Normalerweise produzieren wir ca. 1,5 bis 2 ml Tränenfilm pro Tag. Werden unsere Augen durch einen Fremdkörper oder z.B. durch Weinen gereizt, kann sich die Produktion auch bis zum 100-fachen erhöhen. Gereizte Augen sind auf viele mögliche Ursachen zurückzuführen. So sind Bildschirmarbeit am Computer, Klimaanlagen, Autofahren, Rauchen, Umwelteinflüsse, Wind und Sonne eher ungünstig. Aber auch Rheuma, Diabetes, Klimakterium und Medikamente wie z.B. die Antibaby-Pille, Schlafmittel, Beta-Blocker und Psychopharmaka beeinflussen die Tränenfilmproduktion.

Warum sind meine Augen wie ausgetrocknet?

Trockene Augen ohne Verwendung von Kontaktlinsen können mannigfaltige, oft einfache Ursachen haben. Lesen, Konzentration auf den Bildschirm, Tätigkeiten, die zwar viel "Sehen" verlangen, aber ihren Fokus auf statische, kleinflächige Ziele beziehen, führen zu einer reduzierten Blinkfrequenz. Unsere Blinkfrequenz sollte mindestens 6 bis 10 Lidschläge pro Minute, zuzüglich eines Lidschlags pro Blickbewegung und eines pro Kopfbewegung betragen. Sinkt die Blinkfrequenz, wird die Tränendrüse seltener entleert. Die Folge ist laut Landesinnungsmeister Koller eine geringere Produktion von "Tränenwasser", da die Tränendrüse ja genug Wasser enthält, dieses sich aber nicht am "richtigen Platz" befindet. Trockenheitsgefühl ist die Folge, der Lidschlag wird unbequem. Erhöhen wir unsere Blinkfrequenz dann nicht willentlich, kann ein Teufelskreis entstehen.

Wird als Hilfe Tränenersatzlösung ins Auge getropft, erfolgt zwar kurzfristige Linderung, die ölige Lipidschicht rinnt jedoch die Wange herunter, das verbliebene Wasser verdampft umso schneller. Die Wiederherstellung des Ölfilms dauert zwischen einer Stunde und einem halben Tag, je nachdem welche Art Tränenersatz getropft wurde.

Und wie verhält es sich beim Tragen von Kontaktlinsen?

Bei Kontaktlinsen teilt sich der Tränenfilm unter und über der Linse. Die Außenseite enthält nur eine wässrige Phase und eine Lipidphase, welche je nach Eigenschaften der Kontaktlinsen und deren Randgestaltung verschiedene Qualitäten haben kann. Schlechte Linsenränder, unbequeme harte Kontaktlinsen und stark austrocknende weiche Kontaktlinsen beeinflussen den Tränenfilm nachteilig. Kontaktlinsenpflegemittel sind manchmal, aufgrund Unverträglichkeit der Inhalte, Ursache für Tränenfehlfunktionen. Fühlen sich Kontaktlinsen trocken an, sollte das Material gewechselt werden. So genannte "Jahreslinsen" mit niedrigem Wassergehalt können komfortabler als Tauschsysteme sein.

Empfehlungen der Augenoptiker und Optometristen für trockene Augen:

  • Am wichtigsten ist die Stimulation der Tränendrüse. Blinken Sie bewusst und drücken Sie die Augenlieder so oft sie daran denken zusammen.

  • Reichlich Flüssigkeitszufuhr IN den Körper (1-2 Liter täglich).

  • Bei Bildschirmarbeit öfter pausieren.

  • In der Freizeit hinaus in die Natur.

  • Die Ernährung reguliert langfristig die Zusammensetzung des Tränenfilms. So kann der Lipidanteil durch mediterrane Diät oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, wie Omega 3 Fettsäuren, reguliert werden.


Gesamt betont Landesinnungsmeister Anton Koller, MSc., dass das "Dazutropfen" von künstlichen Tränen nur sehr selten angewendet werden sollte, um das Wegwaschen des Ölfilms zu verhindern und unerwünschte Verdunstung der Tränen zu unterbinden. Um die Gesundheit und richtige Betreuung ihrer Sehqualität zu gewährleisten, ist die regelmäßige Kontrolle beim Augenoptiker von großer Bedeutung. Dieser misst routinemäßig mit den ihm zur Verfügung stehenden Geräten die Aufreißzeit des Tränenfilms und beurteilt den Tränenmeniskus.

Quelle: ots

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