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Arzneimittelpaket

Abschaffung der Chefarztpflicht und Verbilligung der Rezeptgebühr für Generika

Auf Einladung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Sozialminister Herbert Haupt fand am Montag in der Hofburg der Reformdialog "Gesundheit" mit rund 80 Teilnehmern statt. "Wir haben das klare Ja von allen Teilnehmern zu einer gemeinsamen Reform des Gesundheitswesens gehört. In diesem Punkt herrscht ein einheitlicher Wille", so der Bundeskanzler im Anschluß an die Veranstaltung. Für 10. November wurde als nächster Schritt eine große Gesundheitskonferenz angekündigt. Danach werden in Arbeitsgemeinschaften die Details unter Koordinierung einer Steuerungsgruppe erarbeitet. Die konkreten Ergebnisse sollen im zweiten Quartal 2004 vorgestellt werden.

"Unser Zeitplan ist ehrgeizig. Diese Reform passiert auf einem hohen Niveau. Österreich hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Es gibt jedoch auch Lücken im Gesundheitswesen zu schließen, um den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft gerecht zu werden. Dabei sind die zentralen Fragen: Welches Niveau soll unser Gesundheitssystem haben? Wie kontrollieren wir die Qualität? Und was ist leistbar?", betonte Schüssel.

Bundesministerin Rauch-Kallat präsentierte als erste Reformschritte die Abschaffung der Chefarztpflicht auch für teure Medikamente sowie die Verbilligung der Rezeptgebühr für Generika um 35%. Dieses "Arzneimittelpaket" soll mit 1. Jänner 2004 in Kraft treten. "Wir wollen von einer Krankenversorgung auf eine Gesundheitsversorgung kommen. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt, und danach orientiert sich jeder einzelne Reformschritt", erklärte die Ministerin.

Auch habe man sich auf die Offenlegung der tatsächlichen Medikamentenkosten auf der von Apotheken ausgestellten Rechnung geeinigt. Damit wolle man ein erhöhtes Kostenbewusstsein bei den Versicherten erzielen. Insgesamt soll mit diesen Maßnahmen im Medikamentenbereich der Anstieg bei Medikamentenausgaben von 8% auf 5% reduziert werden. Nach Angaben Rauch-Kallats soll das Defizit der Krankenkassen durch das "Arzneimittelpaket" gemeinsam mit den bereits im Budgetbegleitgesetz beschlossenen Maßnahmen im Jahr 2005 von erwarteten 905 Mio. Euro auf 280 Mio. Euro gesenkt werden.

Die geplante Senkung der Rezeptgebühr für Generika - das sind wirkstoffgleiche aber günstigere Medikamente - um mehr als ein Drittel, sorgt aber noch für hitzige Diskussionen bei den Beteiligten. Während die Pharmaindustrie prinzipiell zustimmend reagiert, erteilt der Generikaverband der Ministerin ein glattes "Nicht genügend".

Bereits jetzt seien Generika beim Markteintritt um ein Drittel günstiger als das patentabgelaufene teurere Präparat. Die neue Preisregelung führt nach Ansicht des Obmanns des Generikaverbandes, Johann Wimmer, dazu, "dass eher weniger als mehr Generika auf den Markt kommen werden. Weniger Generika bedeutet weniger Wettbewerb und damit automatisch höhere Preise", so Wimmer, "denn ohne unsere Konkurrenz haben die Erstanbieter keinen Grund ihre Preise nach Patentablauf zu senken". Die Zustimmung der Pharmaindustrie sei nicht als Durchbruch, sondern als Warnsignal zu verstehen, argumentiert Wimmer weiter. "De facto hat hier eine Interessengruppe zugestimmt, dass die Preise der Konkurrenz massiv gesenkt werden. Von einer Einigung mit der Pharmaindustrie kann aus Sicht des Generikaverbandes keine Rede sein."

Quelle: apa, kurier.at, generikaverband

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