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Allergie und Asthma-Tag im Wiener Rathaus

Erkrankungen der Atemwege sind eine Volkskrankheit

12.04.2007

"Erkrankungen der Atemwege haben sich leider zu echten Volkskrankheiten entwickelt. Rund 1,2 Millionen Menschen in Österreich leiden unter Heuschnupfen, etwa 10 Prozent der Menschen - das gilt auch für Kinder - haben Asthma. COPD ("Raucherlunge") ist weltweit die dritthäufigste Todesursache, und auch Lungenkrebs ist nach wie vor eine der am meisten verbreiteten Krebsformen", erklärte Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag. Sonja Wehsely am Mittwoch anlässlich einer Pressekonferenz zum kommenden Welt-Allergie und Asthma-Tag 2007. Die Stadt Wien unterstützt daher den "Welt-Allergie- und Asthma-Tag" der Österreichischen Lungenunion, der am kommenden Samstag, 14. April 2007, in der Zeit von 9:30 Uhr bis 17:00 Uhr im Wiener Rathaus allen BesucherInnen bei freiem Eintritt offen steht. Das Motto ist "Allergie - Asthma - COPD". Angeboten werden kostenlose Allergietests, Lungenfunktions-Messungen, Ernährungsberatung, individuelle Gespräche mit SpezialistInnen, Vorträge anerkannter ExpertInnen und vieles mehr. Dr. Vera Russwurm wird die Veranstaltung moderieren.

In Wien wurde im Otto Wagner Spital ein modernes Atemphysiologielabor eingerichtet. "Wir haben im Otto-Wagner-Spital heute das größte und modernste kardio-pulmonale Funktionslabor in Österreich", erklärt Wehsely. Angeboten werden sämtliche im Zusammenhang mit der Lunge durchgeführten Untersuchungen sowie komplementärmedizinische Methoden von Akupunktur über orthomolekulare Ernährung bis zur Aromatherapie.

Heuschnupfen nicht bagatellisieren

"Oft leiden PatientInnen unter einer Allergie, interpretieren diese als harmlosen Heuschnupfen und bagatellisieren sie", betonte Prim. Dr. Norbert Vetter (Leiter der 2. Internen Lungenabteilung, Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe - Otto Wagner Spital). "Die Beschwerden werden stärker, dennoch wird die allergische Rhinitisnicht angemessen ärztlich untersucht und entwickelt sich zu Asthma." Das Risiko, an Asthma zu erkranken, sei bei Erwachsenen mit allergischer Rhinitis mehr als dreifach höher als bei Gesunden, rund 30 Prozent aller ganzjährigen AllergikerInnen bekommen Asthma. Die Behandlungskosten, die bei allergischer Rhinitis jährlich rund 1.500 Euro betragen, explodieren bei Asthma auf das Sechsfache.

Etwa 10 Prozent der ÖsterreicherInnen leiden unter Asthma. Das gilt auch für Kinder, womit Asthma bronchiale die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter ist - Zahlen aus Deutschland gehen bereits von 15 Prozent aus. Die Österreichische Lungenunion (ÖLU) schätzt, dass in Österreich rund 42.000 Kinder zwischen 2 und 6 Jahren von Asthma betroffen sind, allerdings nur etwa bei jedem zweiten Kind auch die richtige Diagnose gestellt wird. Das bedeutet, dass etwa 20.000 asthmakranke Kinder ohne entsprechende Diagnose und damit ohne angemessene Therapie leben. "Kinder mit Asthma, die ausreichend behandelt werden, haben ein besseres Längenwachstum, eine bessere Lungenfunktion, weniger Allergien und weniger Fehl- bzw. Sportausfallzeiten in der Schule als unzureichend behandelte Kinder," so Vetter. "Leider wird oft wertvolle Therapiezeit verschenkt. Eltern werden zu spät über die Erkrankung und deren Therapiemöglichkeiten informiert, und die Krankheit schreitet fort." Eltern sollten deshalb besonders wachsam sein und bei Hinweisen auf Asthma mit dem Kind möglichst bald einen Experten aufsuchen.

Ein immer wiederkehrender Husten kann auf eine Asthma-Erkrankung hindeuten. Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Husten nach körperlichen Belastungen
  • wochenlang andauerndem Husten
  • nächtlichem Husten
  • Husten ohne gleichzeitige Infekte
  • Husten nach Kontakt mit Tieren, Pollen und anderen Allergenen
  • Husten zusätzlich zu einer allergischen Erkrankung.


Nur 15 bis 20 Prozent der österreichischen AsthmatikerInnen sind optimal behandelt. "Reizlindernde oder schleimlösende Hustensäfte bringen bei Asthma wenig, und die häufig eingesetzten Antibiotika sind nur dann sinnvoll, wenn zusätzlich eine Infektion mit Bakterien vorliegt", so Vetter. "Bei Asthma gibt es darüber hinaus häufig beschwerdefreie Intervalle. PatientInnen wiegen sich in Sicherheit und brechen die Behandlung einfach ab - obwohl ihnen dadurch zunehmende Kurzatmigkeit droht." Zentral sei deshalb die Information der PatientInnen über ihre Erkrankung und die konsequente Schulung.

"Nach Schätzungen der European Academy of Allergology and Clinical Immunology werden bis 2015 die Hälfte aller EuropäerInnen allergiekrank sein", stellte Univ.-Prof. Dr. Rudolf Valenta (Abteilung für Immunpathologie, Christian Doppler Labor für Allergieforschung, Zentrum für Physiologie und Pathophysiologie, Medizinische Universität Wien) klar. "Bereits heute leidet jedes dritte Kind in Europa an einer Allergie, 30 bis 50 Prozent dieser Kinder werden Schätzungen zufolge an Asthma bronchiale erkranken, denn unbehandelte Allergien gehen mit einem massiv erhöhten Asthma-Risiko einher. Früherkennung und konsequente Allergiediagnostik ist deshalb enorm wichtig."

Besteht die Allergie noch nicht lange, sind die modernen Vorbeugungs- und Behandlungsstrategien besonders wirksam. Valenta: "Die spezifische Immuntherapie (SIT) oder Hyposensibiliserung kann das Fortschreiten inhalativer Allergien in Richtung Asthma verhindern. Das Asthma-Risiko unbehandelter Kinder ist fast doppelt so hoch wie das von SIT-behandelten PatientInnen." Bei der SIT werden Allergene unter die Haut injiziert oder in Tropfen- oder Tablettenform unter die Zunge verabreicht.

Heute gibt es auch schon realistische Perspektiven für eine prophylaktische Impfung auf Basis gentechnisch hergestellter Allergene. "Hier geht es um ein völlig neues Impfkonzept, das nicht mehr auf der Desensibilisierung durch die Allergene selbst beruht, sondern auf einer Neutralisierung spezieller Immunglobuline. So wie wir heute Kleinkinder vor Tetanus oder Masern schützen, werden wir aller Voraussicht nach in Zukunft Kinder mit hohem Allergie-Risiko vorbeugend impfen können."

Akupunktur und Heilkräuter können Beschwerden lindern

"Bei der Entscheidung, ob sich jemand für eine westlich-schulmedizinische oder für eine traditionell chinesische Therapie entscheidet, spielt der PatientInnenwunsch eine maßgebliche Rolle", so Dr. Gustav Meng, Arzt für Allgemeinmedizin und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). "Jedenfalls sollten diese Behandlungstraditionen nicht als alternativ im Sinne eines Entweder-Oder verstanden werden, sondern im Sinn von komplementär, also einander optimal ergänzend." Die TCM könne nach heutigem Wissen Allergien und Asthma in der Regel zwar nicht heilen, wohl aber die Symptome lindern und die Reaktionsbereitschaft des Organismus reduzieren.

Schlechter Informationsstand in der Bevölkerung

"Wir wissen aus zahlreichen Untersuchungen, dass der Informationsstand in der Bevölkerung zum Thema Atemwegserkrankungen der Bedeutung und Gefährlichkeit von Krankheiten wie Allergie, Asthma oder COPD in keiner Weise gerecht wird", so Otto Spranger, Sprecher der
Österreichischen Lungenunion (ÖLU). "Praktisch bedeutet das für eine PatientInnenorganisation wie die Österreichische Lungenunion, massiv und auf möglichst breiter Basis Wissen und Bewusstsein zu fördern."

Diesem Ziel diene auch die Veranstaltung im Wiener Rathaus zum Welt-Allergie und Asthma-Tag. Dort werde u. a. ein Vorgeschmack auf die
Ausstellung "Allergie - die Zivilisationskrankheit des 21. Jahrhunderts - Mythen und Fakten" geboten. Bei dieser interaktiven Ausstellung erfahren Interessierte und Betroffene alles über das Immunsystem, die Entstehung von Allergien, über auslösende Substanzen, Diagnostik, Therapie und Forschung. Interessierte können die Ausstellung zwischen 16. April und 4. Mai 2007 im Campus Vienna Biocenter (3., Dr. Bohrgasse 3, jeweils Montag - Freitag von 8:30 bis 15:00 Uhr, am Freitag, 20. April, bis 17.00 Uhr) besuchen, der Eintritt ist kostenlos.

Neues ÖLU-Schulungszentrum

"PatientInnen müssen wissen, dass die Therapietreue bei Atemwegserkrankungen ganz besonders wichtig ist", sagt Spranger. "Im Schulungszentrum der ÖLU können sich Interessierte nicht nur informieren, sondern auch den richtigen Umgang mit Medikamenten erlernen und einüben." Es werden auch Entspannungsübungen, richtiges Atmen, QI GONG und Meditationsübungen präsentiert. Informationen dazu gibt es auf der neu gestalteten Website www.lungenunion.at.

Quelle: rk

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