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Akupunktur kann bei Kopfschmerzen helfen

Langfristige Wirkung einer sechswöchigen Akupunktur mindestens genauso gut wie sechsmonatige medikamentöse Behandlung

18.11.2005

Rund 6-8 Prozent aller Männer und 12-14 Prozent aller Frauen leiden unter Migräne. Etwa 20-30 Prozent der Gesamtbevölkerung entwickeln im Laufe ihres Lebens einen häufigen Spannungskopfschmerz. Bis zu 90 Prozent der Bevölkerung geben an, zumindest gelegentlich unter Kopfschmerzen zu leiden. Die Migräne betrifft Frauen häufiger als Männer. Im Rahmen der gerac Studie (german acupuncture trials) haben über 200 Ärzte in Deutschland in Summe über 10.000 Akupunkturbehandlungen gegen Kopfschmerzen durchgeführt. Hierbei zeigte sich erstmalig, dass die langfristige Wirkung einer sechswöchigen Akupunktur mit 10 (Spannungskopfschmerz) bis 11 (Migräne) Akupunkturbehandlungen mindestens genauso gut wirkt wie eine kontinuierliche, sechsmonatige medikamentöse Migräneprophylaxe nach internationalem Standard.

Rund 3,7 Milliarden Schmerzmitteldosen werden jährlich allein in Deutschland konsumiert. Der größere Teil davon (bis zu 80 Prozent) wird wegen Kopfschmerzen eingenommen. Es wird vermutet, dass bis zu 40 Prozent der chronisch auftretenden Kopfschmerzen durch die häufige Einnahme von Schmerz- oder Migränemitteln ausgelöst werden, wobei die Einnahme immer mehr gesteigert wird. Zwischen neun und zwölf Prozent der arbeitenden Patienten mit einem Spannungskopfschmerz verlieren pro Jahr mindestens einen Arbeitstag durch ihre Krankheit, wobei mehr Frauen als Männer betroffen sind.

Die Behandlung des Kopfschmerzes erfolgt in Abhängigkeit vom Typ. Nach international anerkanntem Standard erfolgt die Migräneprophylaxe unter anderem mit Betablockern, oder Wirkstoffen, die auch bei Epilepsie eingesetzt werden, die akute Migräneattacke wird mit Schmerzmitteln oder Triptanen behandelt. Zur Prophylaxe des Spannungskopfschmerzes wird ein Antidepressivum eingesetzt. Aber die medikamentöse Therapie ist mit möglichen Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Impotenz belastet, und viele Patienten verweigern die Behandlung. Akupunktur wird seit 15 Jahren in Deutschland zunehmend zur Behandlung von Kopfschmerzen eingesetzt, ohne dass die Wirksamkeit bisher nachgewiesen war.

Im Rahmen der gerac-Kopfschmerzstudien wurden nun zwei klinische Studien durchgeführt, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Körperakupunktur mit Nadeln an chinesischen Punkten (Verum Akupunktur) und an neuen nicht chinesischen Punkten (Sham Akupunktur) im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie bei Migräne- und Spannungskopfschmerzpatienten überprüft haben. Die Studien sind die größten und methodisch strengsten Akupunkturstudien, die zu Kopfschmerz in der westlichen Welt jemals durchgeführt worden sind. "Sie liefern jetzt Daten von bisher nicht gekannter Qualität," so der Sprecher des Leitungsgremiums der Studie, Prof. Hans Joachim Trampisch von der Ruhr-Universität Bochum.

"Bei Spannungskopfschmerzen sank die Anzahl der Kopfschmerztage von 16 auf 6 Tage mit der chinesischen Akupunktur und auf 8 Tage mit der Akupunktur an nicht chinesischen Punkten", erläutert Privatdozent Dr. Molsberger, Orthopäde und Akupunkturspezialist, der die Akupunktur im Leitungsgremium der gerac Studien vertritt. "Der Standardtherapiearm bei Spannungskopfschmerz musste abgebrochen werden, da sich nicht genügend Patienten bereiterklärten sich mit Medikamenten (Anitdepressiva) behandeln zu lassen. Aus der Literatur ist aber bekannt, dass diese nur eine Senkung der Kopfschmerztage von 16 auf 11-15 Tage erreichen. Bei Migräne konnte die monatliche Anfallshäufigkeit mit der chinesischen Akupunktur um 2,3 Tage, mit der medikamentösen Therapie um 2,1 Tage und mit der Akupunktur an nicht chinesischen Punkten um 1,5 Tage gesenkt werden.

Zusätzlich wurde der Therapieerfolg von den Patienten mit einer Schulnote bewertet. Der Therapieerfolg der Verumakupunktur (an chinesischen Punkten) wurde von 60 Prozent der Patienten bei Spannungskopfschmerz und 52 Prozent der Patienten bei Migräne mit der Schulnote 1-2 bewertet. Bei nicht chinesischen Punkten sank der Wert für beide Gruppen auf 45-46 Prozent der Patienten. In der Standardtherapie für Migräne bewerteten nur 34 Prozent der Patienten den Therapieerfolg mit der Note 1-2." "Überraschenderweise zeigte sich bei Migräne keine Überlegenheit der sechsmonatigen medikamentösen Therapie gegenüber der sechswöchigen Akupunkturtherapie", so Prof. Dr. Diener. "Bei beiden Kopfschmerzformen war auch keine eindeutige Überlegenheit der Verum-Akupunktur gegenüber der Sham-Akupunktur nachweisbar."

Resümee: Die Akupunktur stellt beim chronischen Kopfschmerz im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie eine effektive und risikoarme Ergänzung des therapeutischen Konzepts dar.

Quelle: presseportal.de

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